Exotics

2009

Stadsplein, Willem Arntsz Huis, NL
Auf dem Platz vor dem Willem Arntsz Haus, einer Psychatrischen Klinik, werden 5 Skulpturen in Form von übergroßen Wellensittichen verteilt. Mit ihrer schillernden Farbigkeit, der außergewöhnlichen Größe und ihrer strategischen Positionierung prägen sie den Ort subtil, aber nachhaltig. Die Vögel verbreiten ein surreales Gefühl von Überraschung und Exotik.
Wellensittiche sind in Europa häufig anzutreffende domestizierte Vögel, in freier Wildbahn kommen sie jedoch nur in Australien und im Vogelschwarm vor. Als Haustier sind sie weniger exotisch, sie verkörpern den Standard des Stubenvogels und gelten als nette, trillernde Artgenossen. Im urbanen Kontext ist der Wellensittich ein unerwarteter Artgenosse, ein Exot. Trifft man auf freifliegende Wellensittiche, so weiß man um ihre Unfähigkeit sich in freier Wildbahn zu behaupten und ist versucht sie einzufangen, um sie zu beschützen.
Hier entsteht ein Widerspruch zwischen dem vermeintlich verirrten, schwachen und beschützenswerten Vogel und der starken Präsenz, die die Gruppe übergroßer Vögel ausstrahlt. Es wirkt fast so, als seien die Vögel durch ihre überwundene Isolation im Selbstvertrauen „gewachsen“ und betrachteten den Platz als ihren eigenen.
Der kleine Wellensittichschwarm definiert den Ort des WA Huis als einen möglichen Treffpunkt der außergewöhnlicher Art, wo Bekanntes und Exotisches neu interpretiert werden kann.
 
Fotos:
©inges idee